Kontovollmacht über den Tod hinaus

Durch eine Kontovollmacht bekommt man auch über den Tod hinaus die Möglichkeit auf ein Konto zugreifen zu können

Mit der Kontovollmacht über den Tod hinaus bzw. der transmortalen Konto- oder Bankvollmacht kann ein Kontoinhaber eine Person dazu berechtigen, in seinem Namen Bankgeschäfte zu tätigen, die das Konto des Vollmachtgebers betreffen, also vor allem Überweisungen, Aus- und Einzahlungen. Dabei kann die Vollmacht schon zu Lebzeiten des Kontoinhabers wirksam werden oder erst mit dem Tod (Kontovollmacht für den Todesfall oder postmortale Kontovollmacht) in Kraft treten, etwa um den Bevollmächtigten dann als Verwalter des Kontovermögens einzusetzen.

Zu beachten ist, dass die Kontovollmacht über den Tod hinaus nicht als Vorsorge für den Bevollmächtigten verstanden werden darf. Nach dem Tod des Kontoinhabers steht eventuelles Kontovermögen allein dem oder den rechtmä?igen Erben zu, wobei in der Praxis der Bevollmächtigte nicht selten Teil der Erbengemeinschaft ist. Dennoch darf der Bevollmächtigte bis zur Ausstellung des Erbscheins das Konto des Verstorbenen zwar verwalten, jedoch weder auf seinen Namen umschreiben lassen noch über das auf dem Konto befindliche Vermögen frei verfügen. Alle seine Handlungen müssen auf das Wohl der oder des Erben ausgerichtet sein. Auch können die Miterben die Bevollmächtigung widerrufen, so dass nur noch alle Erben gemeinsam über das Konto verfügen können. Da dies wenig praktikabel ist, ist es durchaus sinnvoll, dass sich die Erben auf einen Konto- bzw. Vermögensverwalter einigen, der bis zur Kontoauflösung oder Aufteilung des Erbes für die postmortalen Bankgeschäfte des Verstorbenen sorgt.

Die transmortale Kontovollmacht darf also nicht als unbeschränkt gültige Vollmacht über das Kontoguthaben des Verstorbenen begriffen werden, sondern hat ihre praktische Bedeutung vor allem darin, nach dem Tod des Kontoinhabers noch ausstehende Kosten (z.B. Miet- und Pflegekosten) zu begleichen, bis der Erbschein erteilt ist und das Erbe angetreten werden kann. Diese Zwischenzeit kann durchaus mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Verfügt der Bevollmächtigte in dieser Zeit unrechtmä?ig oder zum Schaden des Erben über das Konto, muss er mit Schadensersatzforderungen rechnen.

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